„Einer der größten Werder-Spieler aller Zeiten“

Dieter „Budde“ Burdenski wird 70!
Torwart-Legende, Rekordspieler, Ehrenspielführer, WM-Teilnehmer: Werder-Idol Dieter „Budde“ Burdenski feiert seinen 70. Geburtstag (Foto: nordphoto).
Sonstiges
Donnerstag, 26.11.2020 / 08:57 Uhr

Von Martin Lange

Dass Dieter Burdenski gute Gene vererbt wurden, um ein erfolgreicher Fußballer zu werden, war früh klar. Dass er in seiner Geburtsstadt eine eindrucksvolle und Jahrzehnte andauernde Karriere als Profi hinlegen würde, jedoch nicht unbedingt. Denn Dieter Burdenski wurde am 26. November 1950 an der Weser geboren, weil sein Vater Herbert, waschechter Gelsenkirchener und als Nationalspieler seinerzeit einer der besten Fußballer Deutschlands, 1949 vom FC Schalke 04 zu den Grün-Weißen gewechselt war.

Da Herbert Burdenski aber einige Jahre später in die Heimat zurückkehrte, begann Dieter als Kind beim STV Horst-Emscher in Gelsenkirchen mit dem Fußball, wechselte als Jugendlicher zum großen Nachbarn FC Schalke 04 und feierte dort auch sein Bundesliga-Debüt. Nach einem Jahr bei Arminia Bielefeld kam er 1972 zum SV Werder. In der Spielzeit 1973/1974 löste er den legendären Günter Bernard als Nummer eins im Tor ab, legte damit den Grundstein seiner herausragenden Werder-Karriere und prägte eine einzigartige Torwart-Ära, die es so bei den Grün-Weißen weder vorher noch hinterher gab.

Eintracht Braunschweig gegen Werder Bremen im Jahr 1977 mit Dieter Burdenski im Tor (Foto: nordphoto).

Burdenski war ein Muster an Beständigkeit und verpasste in seiner gesamten Zeit als Nummer eins lediglich eine Handvoll Bundesliga-Spiele. Und obwohl er mit dem SV Werder in den ersten Jahren stets gegen den Abstieg kämpfte, feierte er 1977 in Montevideo mit einem 2:0-Erfolg gegen Uruguay sein Länderspiel-Debüt und galt in der Folge viele Jahre als bester deutscher Torwart hinter dem herausragenden Sepp Maier. 1978 nahm „Budde“ mit dem DFB-Team an der WM in Argentinien teil. Insgesamt stand er zwölf Mal für die deutsche A-Nationalmannschaft im Tor.

„Ich habe mich in Bremen und auch beim SV Werder immer sehr wohlgefühlt“, sagte Burdenski später. „Hier konnte ich mich jeder Zeit optimal weiterentwickeln.“ Und so hielt er dem Club auch nach dem Abstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 1980 die Treue. Zwar sei damals ein Abschied zunächst sehr wahrscheinlich gewesen, aber letztlich war trotz lukrativer Angebote prominenter Vereine doch nicht der richtige Club dabei. Belohnt wurde Burdenskis Vereinstreue mit erfolgreichen Jahren nach dem Wiederaufstieg, in denen sich die Grün-Weißen in die Bundesliga-Spitze spielten und auch in den internationalen Wettbewerben glänzten. Mehrfach fehlten nur Winzigkeiten zum Gewinn des Deutschen Meistertitels, vier Mal wurde „Budde“ mit Werder Vize-Meister.

Den großen Wurf gab es dann jedoch gerade noch rechtzeitig, 1987/1988, in Burdenskis letztem Bundesliga-Jahr. Mittlerweile hatte ihn der junge Oliver Reck als Nummer eins abgelöst, und der Routinier stand nur noch drei Mal in der Liga zwischen den Pfosten. „Ich habe mich nicht als Meister gefühlt“, sagt „Budde“ daher. „Ich hätte wahnsinnig gerne in den Jahren davor mal den Titel geholt.“ Dennoch: Der Gewinn des Deutschen Meistertitels war der würdige Abschluss einer großartigen Profi-Karriere. Kein Spieler absolvierte mehr Bundesliga-Spiele für Werder als Dieter Burdenski (444). Dazu kommen 34 Einsätze für Schalke und Bielefeld, und so liegt er unter den Rekordspielern der Bundesliga-Geschichte insgesamt auf Rang 16.

„Budde“ war acht Jahre lang Torwarttrainer beim SVW (Foto: nordphoto).

„Jeder Werderaner, der schon etwas länger dabei ist, verbindet mit ‚Budde‘ zahlreiche unvergessene Erinnerungen. Er hat die Mannschaft in den 1970er und 1980er Jahren geprägt und gehört zu den größten Werder-Spielern aller Zeiten“, würdigt Werder-Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald die Verdienste des Jubilars. „Auch später hat ‚Budde‘ wieder eine bedeutende Rolle gespielt. Insbesondere unter Thomas Schaaf war er ein wichtiger und zuverlässiger Teil des Trainer-Teams und ein Garant für dessen Stabilität.“ Von 1997 bis 2005 stand Burdenski als Torwart-Trainer erneut in Diensten des SV Werder, gab seinen unglaublichen Erfahrungsschatz weiter und feierte unter anderem im Jahr 2004 den Double-Gewinn.

Verbunden blieb „Budde“ dem SV Werder, den er voller Respekt als „ganz speziellen Verein“ bezeichnet, auch nach der Zeit als Torwart-Trainer und organisierte mit seinem 1985 gegründeten Unternehmen „Burdenski Events“ unter anderem Trainingslager der Grün-Weißen. „Bis heute hat ‚Budde‘ immer wieder deutlich gemacht, wie viel ihm der SV Werder bedeutet“, unterstreicht Hess-Grunewald. „Er war schon als Spieler ein kritischer Geist und hat stets seine Meinung gesagt. So ist es noch immer. Dafür schätzen wir ihn sehr.“

Das anlässlich seines 70. Geburtstags geplante Essen mit einem von Burdenski ausgewählten Kreis aus Wegbegleitern und engen Freunden, das die Grün-Weißen ihrem Ehrenspielführer spendieren, kann zwar aufgrund der derzeitigen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht an „Buddes“ Ehrentag stattfinden. „Aber wir haben uns darauf verständigt, das zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen“, verrät Werders Präsident.

Herzlichen Glückwunsch, „Budde“, und alles Gute zum 70. Geburtstag!

 

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