Begeisterung und Professionalität

#50JahreFF: Scholz und König über den Frauenfußball im Ausland

Lisa-Marie Scholz und Cindy König verließen den SVW im vergangenen Sommer (Foto: Privat / SC Braga)
Frauen
Montag, 02.11.2020 / 18:18 Uhr

Von Lukas Kober

Rekorde über Rekorde – bei den Namen Scholz und König wird jeder Werder-Fan schwach. Denn: die beiden haben im Trikot des SVW so manche Benchmark gesetzt, die so schnell auch nicht geknackt wird. 246 Spiele absolvierte die 31-jährige Scholz im grün-weißen Trikot und ist damit die Rekordspielerin des Vereins. Sie feierte drei Aufstiege, gewann zwei Mal die 2. Frauen-Bundesliga und führte die Mannschaft zwei Saisons lang als Kapitänin aufs Feld. Cindy König trug dreizehn Jahre das W auf dem Trikot, absolvierte über 200 Pflichtspiele, in denen ihr 99 Treffer gelangen. Auch das ist Rekord.

Doch beide haben den SV Werder nach dem vergangenen Aufstieg in die FLYERALARM Frauen-Bundesliga in Richtung Ausland verlassen. Während König von Bremen nach Braga wechselte, entschied sich Scholz für den Schritt in die zweite spanische Liga, zu Cordoba CFF. „Im Frauenbereich verdient man keine Millionen, daher bin ich ein klarer Verfechter davon, in andere Länder zu ziehen und dort die Menschen kennenzulernen. An diesen Erfahrungen wächst man als Person.“, erklärt die ehemalige Führungsspielerin ihren Wechsel.

"komplett fußballverrückt"

Cindy König und der SC Braga belegen in der Liga BPI den zweiten Tabellenplatz (Foto: SC Braga).

Im Schatten des Männersports, gerade in Portugal berichtet König von der Dominanz Cristiano Ronaldos, zeigen sich die beiden Werder-Legenden trotzdem begeistert von der Akzeptanz und Begeisterung in den beiden Ländern. „Ich habe schon mit einigen Spielerinnen gesprochen, die mir erzählt haben, dass wenn ein Spiel der ersten Frauenliga richtig vermarktet wird, schon mal 10-15.000 Zuschauer kommen. Die sind komplett fußballverrückt“, so Scholz, deren Eindruck auch aus Braga geteilt wird: „Mich hat es positiv überrascht, dass die portugiesische Frauennationalmannschaft, die längst nicht so große Erfolge gefeiert hat wie die deutsche, aber mindestens genauso anerkannt und im TV auch live übertragen wird“, erklärt Cindy König.

Cindy Königs Werder-Karriere

Die Rekordtorschützin entschied sich im vergangenen Sommer für den Schritt zu einem Top-Team der Liga BPI, mit dem gleichzeitig ein lang-ersehnter Wunsch in Erfüllung ging. „Als kleines Mädchen wünscht man sich, ein Fußballerleben führen zu können. Das kann ich hier zum ersten Mal umsetzen. Ich kann mich auf die Ernährung und zwischen den Einheiten auf die Regeneration konzentrieren und muss nicht jeden Tag acht bis neun Stunden arbeiten“, zeigt sich die 27-Jährige zufrieden und fügt an: „Ich habe Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die mich als Fußballerin besser machen. Ich kann frisches Obst einkaufen und denke nicht mehr ‚was kann ich jetzt noch essen, damit es rechtzeitig zum Training verdaut ist.‘“

Dennoch stimmen die beiden Spielerinnen überein, dass die FLYERALARM Frauen-Bundesliga zu den Top-Ligen der Welt gehört. In Betracht auf den Frauenfußball stehe die USA zwar an erster Stelle, allerdings rangiert Deutschland mit Frankreich und England unmittelbar dahinter, sind sich König und Scholz einig. „Die Infrastruktur ist besser, dort arbeiten Leute, die genau wissen was sie tun. Vor allem bei Werder war die Unterstützung groß“, zieht die Rekordspielerin den Vergleich, die im gleichen Atemzug kritisch anmerkt: „Deutschland ist sehr gut aufgestellt, aber langsam bekommt man das Gefühl der Stagnation. Man sollte sich dafür entscheiden, ob es nun eine komplette Profiliga geben soll oder nicht. Denn, wenn der FC Bayern bei einem Mittwochspiel einen Tag Vorbereitung hat und wir nach acht Stunden Arbeit mal schnell gegen so ein Team spielen müssen, sollte man das hinterfragen.“

 

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